Hotel-Direktbuchung über Google bald auch in Deutschland

Diese Woche hat die Suchmaschine Google viele Änderungen an der Präsentation von Hotels in den Suchergebnissen vorgestellt. Die Änderungen ermöglichen es unter anderem, dass Hotels jetzt ihre Zimmer direkt über Google vermarkten können und somit die als Mittelsmann agierenden OTAs und Metasearch Anbieter übergehen können. Das neue „Instant Booking“ über mobile Endgeräte und auch den Desktop PC könnte zur Gefahr für den Direktvertrieb der Hotellerie werden.

Google Hotel Finder geschlossen

Im selben Zug hat Google den Google Hotel Finder geschlossen und folgende Nachricht auf die Homepage gestellt:

Das ist aus unserer Sicht ein potentielles Erdbeben für die Vermarktung von Hotels und vor allen Dingen für Metasearch und Online Travel Agencies (OTA) wie Booking.com oder HRS. Dort werden die Köpfe sicherlich rauchen in diesen Tagen.

Artikel-Tipp: Grundlagen für erfolgreiches Hotel-Marketing

 

"Book on Google" für Hotels

Das Geschäftsmodell der Direktvermarktung durch Google basiert - ähnlich wie bei den OTAs – auf Provisionen, die nur dann fällig werden, wenn eine Reservierung getätigt wurde. Google hat diese neue Funktion in den letzten Monaten mit unabhängigen Hotels in den USA getestet. Ab sofort können Hotels weltweit am Programm teilnehmen, die direkte Buchbarkeit ist bis dato aber nur für Google Suchergebnisse in den USA verfügbar. Die Buchungsmöglichkeit soll innerhalb des nächsten Jahres in 24 weiteren Ländern für Desktops und mobile Endgeräte verfügbar werden.

Für Hoteliers erscheinen die Reservierungen – ähnlich den Reservierungen über OTAs – direkt im Buchungssystem des Hotels. Alle relevanten Daten zum Gast werden direkt über die Channel Manager in das Buchungssystem eingespeist. Das ist grundsätzlich positiv, da keine technischen Veränderungenn nötig sind, um Reservierungen von Google zu bekommen.

Der offizielle Google Blog hat am Mittwoch diesen Artikel veröffentlicht, in dem das Programm beschrieben wird und weitere Neuerungen beschrieben werden.

Leider gibt es noch keine offizielle Auskunft über die Provisionsstruktur, aber die technischen Abläufe werden vorgestellt. Auf aghz.de ist hingegen zu lesen, dass die Provision wohl variabel sei, je nach Vereinbarung mit den Partnern.

Channel Manager gewinnen an Marktmacht

Die Integration in die Google Suchergebnisse erfolgt über den Channel Manager. Ein von Google offiziell unterstützter Channel Manager ist zum Beispiel Seekda aus Wien. Es wird jedoch auch mit den anderen bekannten Channel Managern, wie Sabre, Travelclick, Fastbooking und Co. integriert.

Travelclick berichtet laut Tnooz.com einen Anstieg der Buchungen von 56% gegenüber dem Vorjahr für Hotels, welche am Travelclick Demand Service Programm teilnehmen. Dies wird auf den Umstieg von PPC zu dem auf Provision basierendem Modell zurückgeführt.

Drei spannende Fragen und ein Fazit

Wir sind gespannt, wie sich die Situation in den nächsten Tagen entwickelt. Wir sehen eine komplette Abhängigkeit von Google für einzelne Hotels sehr kritisch, da die etablierten Buchungswege umgangen werden. Leider gehen wohl auch Einschränkungen beim Cross-Selling und Up-Selling einher.

Folgende Fragen beobachten wir mit Spannung:

  1. Wird Google sich als neuer Direktvermarktungskanal etablieren und wie reagieren die etablierten drei OTAs?
  2. Welchen Channel Manager wird Alphabet als erstes akquirieren – Seekda oder Fastbooking?
  3. Werden Hotelwebseiten in der Zukunft auch weiterhin ein wichtiger Vertriebskanal sein?

Wir halten Euch auf dem Laufenden.

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